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Sicherheitsklassen · live

Wie lange hält Ihr Fenster stand?

Die Widerstandsklasse zeigt, gegen welches Werkzeug und wie lange ein Fenster einem Einbruchversuch standhält. Beobachten Sie, wie dasselbe Fenster mit steigender Klasse mehr Verriegelungspunkte einrasten lässt – von bloßer Körperkraft (RC1) über Schraubendreher (RC2) bis zum Brecheisen (RC3).

RC2-zertifiziertes Aluminium-Fenster von Schüco im Dreh-Kipp-Zustand mit sichtbarer Verriegelung
RC2
3:00
Widerstandszeit
Schraubendreher, Zange, Keil
Hält stand
Schutzkonzept

Profil, Glas und Beschlag als Einheit.

Ein sicheres Fenster besteht nicht aus einem einzelnen Bauteil. Erst die abgestimmte Kombination aus stabilem Aluminiumrahmen, Verriegelung, Verglasung und fachgerechter Montage schafft wirksamen Schutz.

01

Stabiles Profil

Mehrkammerige, verwindungssteife Aluminiumprofile tragen auch große Sicherheitsverglasungen.

02

Verriegelung

Mehrere Schließpunkte erschweren das Aufhebeln an Flügel und Rahmen.

03

Sicherheitsglas

Verbund-Sicherheitsglas hält Bruchstücke zusammen und erhöht den Widerstand.

04

Montage

Eine druckfeste Befestigung überträgt Kräfte sicher in den Baukörper.

Bedarfsgerecht

So viel Schutz wie nötig.

Die passende Sicherheitsausführung richtet sich nach Lage, Zugänglichkeit und Nutzung des Gebäudes. Erdgeschoss, Balkon und schwer einsehbare Seiten benötigen meist mehr Schutz als obere Geschosse.

  • Abschließbare oder elektronisch überwachte Griffe
  • Pilzkopfverriegelungen und verstärkte Schließteile
  • Verklebte oder mechanisch gesicherte Verglasung
  • Projektbezogene Widerstandsklassen bis RC3 möglich
Technisches Aluminiumprofil als Grundlage eines sicheren Fensters
Widerstandsklassen

RC1 bis RC3 – so viel Widerstand steckt im Fenster.

Die europäische Norm DIN EN 1627 teilt einbruchhemmende Fenster in Widerstandsklassen ein (Resistance Class, kurz RC). Sie unterscheiden sich im angenommenen Tätertyp, im erlaubten Werkzeug und in der Zeit, die das Fenster einem Aufbruchversuch standhalten muss. Im privaten Wohnbau sind vor allem RC1 N bis RC3 relevant.

RC1 NGrundschutz

Schutz gegen körperliche Gewalt

Gegen Gelegenheitstäter, die mit reiner Körperkraft arbeiten – Anspringen, Hochschieben, Auseinanderdrücken. Ein geprüfter Schutz gegen Werkzeuge besteht nicht.

TäterGelegenheitstäter, körperliche Gewalt
Werkzeugkeine Werkzeuge – nur Körperkraft
Widerstandszeitkeine definierte Werkzeug-Prüfzeit
Verglasungkeine Anforderung (N = ohne Glasprüfung)

Nur für schwer erreichbare Fenster in oberen Geschossen empfohlen.

RC2Polizei-Empfehlung

Der empfohlene Standard fürs Zuhause

Gegen Gelegenheitstäter mit einfachem Hebelwerkzeug. RC2 gilt als Einstiegs- und Mindestempfehlung der Polizei für alle leicht erreichbaren Fenster.

TäterGelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug
WerkzeugSchraubendreher, Zange, Keil
Widerstandszeit3 Minuten
VerglasungP4A (RC2) bzw. Normalglas (RC2 N)

Empfohlen für Erdgeschoss, Keller, Balkon- und Terrassentüren. Abschließbarer Griff Pflicht.

RC3Erhöhter Schutz

Für erhöhte Gefährdung

Gegen erfahrenere Täter, die zusätzlich ein Brecheisen ansetzen. Höhere statische Prüflast (6.000 N) und längere Widerstandszeit.

Tätererfahrener Täter, zusätzliches Hebelwerkzeug
Werkzeugzusätzlich Brecheisen/Kuhfuß, 2. Schraubendreher
Widerstandszeit5 Minuten
VerglasungP5A

Für exponierte Lagen, Erdgeschoss in Gefährdungsgebieten und höheren Schutzbedarf.

Wichtig: Eine Widerstandsklasse gilt immer nur für das komplett geprüfte Fenster – Profil, Beschlag, Griff, Verglasung und Befestigung zusammen. Ein einzelnes Bauteil ergibt noch keine RC-Klasse. Der Zusatz „N" bedeutet Normalverglasung ohne geprüftes Sicherheitsglas.

Beschläge im Detail

Die Bauteile, die den Widerstand ausmachen.

Erst der geprüfte Beschlag macht aus einem Fenster ein einbruchhemmendes. Die folgenden Original-Schüco-Bauteile zeigen, worauf es je Widerstandsklasse ankommt – vom Griff bis zur umlaufenden Pilzkopfverriegelung. Zum Vergrößern anklicken.

Basis

Standard-Fenstergriff

Öffnet und verriegelt den Flügel. Ohne Zusatzsicherung bietet er allein keinen geprüften Einbruchschutz – die Grundausstattung.

ab RC1

Griff mit Druckknopf-Sperre

Ein Druckknopf muss zum Drehen gedrückt werden und sperrt den Griff gegen unbeabsichtigtes oder manipuliertes Zurückdrehen.

RC2 Pflicht

Abschließbarer Griff mit Zylinder

Verriegelt den Griff per Schlüssel und verhindert das Zurückdrehen nach dem Durchbohren. Für RC2 vorgeschrieben, meist mit Anbohrschutz.

Verriegelung

Riegel- und Schließstück

Das rahmenseitige Gegenstück, in das die Pilzkopfzapfen des Flügels eingreifen. Stabile Schließstücke verkrallen sich beim Aufhebelversuch.

Pilzkopf

Eckumlenkung mit Pilzkopfzapfen

Führt die Verriegelung um die Flügelecke und trägt die pilzkopfförmigen Zapfen. Sie hintergreifen das Schließstück und widerstehen dem Aushebeln – der Kern jeder RC-Verriegelung.

Statik

Ecklager

Unteres Drehlager, das das Flügelgewicht trägt. Stabile Lager halten den Flügel auch unter Hebelkräften sicher in Position.

Systemanbieter

Geprüfte Sicherheit von Schüco und Reynaers.

Wir fertigen mit den einbruchhemmenden Systemen führender Anbieter. Beide bieten geprüfte Widerstandsklassen bis RC3 – jeweils als vollständig zertifiziertes Zusammenspiel aus Profil, Beschlag und Glas.

Schüco
RC1 NRC2RC3

Unter „Schüco Secure" bündelt Schüco geprüfte Einbruchhemmung – von der umlaufenden Pilzkopfverriegelung über abschließbare Griffe bis zur Sicherheitsverglasung. RC2 empfiehlt Schüco als Standard für den privaten Wohnungsbau; RC3 hält bei erhöhter Gefährdung dem Aufbruch mit Brecheisen und einer statischen Prüflast von 6.000 N stand.

  • Umlaufende Pilzkopfverriegelung mit stabilen Schließstücken
  • Abschließbare Griffe mit Anbohrschutz
  • AWS-Fenstersysteme zertifiziert in RC1 N bis RC3
Reynaers
RC2RC3

Reynaers integriert Einbruchhemmung direkt in seine Fenster- und Schiebesysteme. Systeme wie ConceptSystem 77 und MasterLine 10 sind in RC2 bis RC3 verfügbar; ConceptPatio 155 als einbruchhemmende RC2-Schiebelösung und ConceptWall 50 als Fassade in RC2 bis RC3.

  • Concept System 77 & MasterLine 10 in RC2–RC3
  • ConceptPatio 155 als einbruchhemmende Schiebeanlage (RC2)
  • Fassadensystem ConceptWall 50 in RC2–RC3

Quellen: DIN EN 1627 (Widerstandsklassen), schueco.com (Schüco Secure, Einbruchhemmung) und reynaers.de (Produktsysteme). Beschlag-Abbildungen: Original-Schüco-Bauteile. Die tatsächlich erreichbare Widerstandsklasse hängt von der geprüften System-Konfiguration und der fachgerechten Montage ab.

Planung

Vier Schritte zum Schutzkonzept.

Risiko bewerten

Gebäudetyp, Lage und erreichbare Fensterflächen bestimmen den Schutzbedarf.

Klasse festlegen

Die Widerstandsklasse wird passend zur Nutzung und zu möglichen Vorgaben gewählt.

Bauteile abstimmen

Profil, Beschlag, Griff, Glas und Montage müssen dieselbe Schutzwirkung unterstützen.

Ausführung prüfen

Eine sorgfältige Montage und Dokumentation erhalten die geplante Schutzleistung.

Sicherheit passend geplant.

Wir entwickeln eine sinnvolle Lösung für Gebäude, Nutzung und Budget.